Generation Z und Arbeitssicherheit
Was junge Beschäftigte wirklich erwarten
Rund 8,3 Millionen Beschäftigte unter 30 Jahren sind heute in Deutschland erwerbstätig und sie stellen den Arbeitsschutz vor neue Aufgaben.
So wie jede Generation hat auch die Gen Z eine eigene Meinung zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Das ist eine ernstzunehmende Herausforderung im Arbeitsschutz, denn gerade diese Generation stellt viele der alten Regeln in Frage.
Wenn Unternehmen nicht rechtzeitig handeln, kann es zu Lücken im Arbeitsschutz kommen.
Psychische Gesundheit als das wichtigste Thema einer Generation
Über psychische Gesundheit haben die früheren Generationen geschwiegen, nicht so die Gen Z. Sie sprechen diese Themen offen an. Laut Befragungen des DAK-Gesundheitsreports 2025 leiden ca. 18 Prozent der unter 25-Jährigen und 17 Prozent der unter 30-Jährigen unter psychischen Belastungen. Damit gehören psychische Erkrankungen mit zu den häufigsten Ursachen für Fehlzeiten.
Durch die unterschiedlichen Meinungen und Einstellungen der Generationen kommt es häufig zu Konflikten am Arbeitsplatz, wodurch sich viele jüngere Mitarbeiter*innen belastet fühlen.
Für Arbeitgebende bedeutet das vor allem mehr Fokus auch auf psychische Belastungen durch u. a. die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (seit 2013 gesetzlich verpflichtend nach § 5 ArbSchG). Diese muss in Betrieben mit jungen Belegschaften besonders konsequent umgesetzt werden. Wer psychische Risiken nicht systematisch erfasst und adressiert, verletzt seine Schutzpflicht.
Gesundheitsschutz ist festes Jobkriterium
Betrieblicher Gesundheitsschutz ist für die junge Generation kein Benefit, sondern ein „Must-have“. Und das auch über die gesetzlichen Grundlagen hinaus. Sie erwarten laut der Deloitte Gen Z and Millennial Survey 2025, dass Unternehmen aktive Unterstützung in Bezug auf das physische und das psychische Wohlbefinden bieten. Und das nicht erst auf Nachfrage.
Unternehmen, die diese Bedürfnisse ernst nehmen, sichern sich nicht nur die besten Nachwuchskräfte, sondern reduzieren auch Fehlzeiten und Fluktuation.
Seit der Corona-Pandemie sind viele junge Menschen vorsichtiger, was Krankheiten und Ansteckungen angeht. Deswegen legen sie auf diese Themen besonderen Fokus.
Technologieaffinität als Chance für den Arbeitsschutz
Die Generation Z ist die erste Generation, die als „Digital Natives“ aufgewachsen ist. Für sie ist der Umgang mit dem Smartphone und sozialen Medien sowie die permanente Verfügbarkeit von Informationen Alltag. Das bietet dem Arbeitsschutz gerade jetzt die Chance, mehr auf Digitalität zu setzen. Dazu zählt nicht nur der administrative Teil, sondern auch die digitale Durchführung von Unterweisungen, Vorsorgen und Eignungen bis hin zu Beratungs- oder Arztgesprächen per Telefon oder sogar Videocall.
Trotzdem muss hier individuell geschaut werden, welche Leistungen in welchem Gefährdungsbereich digital abgedeckt werden können.
Der Geschäftsführer des Werksarztzentrums, Dr. Jan Felix Hübner sagt:
„Was früher als übertriebene Fürsorge galt, wird heute klar eingefordert: Die Generation Z erwartet aktiv gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen – und denkt sie digital. Diese Offenheit ist eine Chance und ein Auftrag zugleich. Unternehmen, die Arbeits- und Gesundheitsschutz konsequent digitalisieren, stärken nicht nur ihre Attraktivität als Arbeitgeber, sondern sichern auch bei wachsendem Fachkräftemangel eine hochwertige Betreuung."
Was Arbeitgeber*innen jetzt tun können:
Die Generation Z ist bereits heute wesentlicher Bestandteil der Belegschaft und ihr Anteil wächst stetig weiter. Damit der Arbeitsschutz besonders für diese jungen Beschäftigten wirksam ist, gut angenommen wird und seinen Schwerpunkt in der Digitalisierung findet, empfehlen sich folgende Schritte:
• Gefährdungsbeurteilung vor allem auch in Hinblick auf psychische Belastungen aktualisieren.
• Psychische Gesundheit enttabuisieren über Informationsmaterial, offene Kommunikation oder interne Kampagnen und Angebote (EAP)
• Hybride Betreuungsmodelle einsetzen. Ein Zusammenspiel von digitalen Services, Telemedizin und einer Betreuung vor Ort bietet eine flächendeckende und zukunftssichere Betreuung.
• Generationsübergreifende Teams gestalten. Konflikte zwischen den Generationen vermeiden, indem diese früh lernen miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten.
• in professionelles Fehlzeitenmanagement (FZM) etablieren.
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