Das Hormon kommt nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen vor, nur in deutlich geringeren Mengen. Bei beiden Geschlechtern wird Testosteron in den Nebennieren produziert, bei Männern vor allem auch in den Leydig-Zellen der Hoden und bei Frauen zusätzlich zu den Nebennieren in den Eierstöcken.
Bei Männern sinkt der Testosteronspiegel im Schnitt ab dem 40. Lebensjahr, was sich vor allem in den Spitzentestosteronwerten am Morgen erkennen lässt. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass es hierdurch zu einem Testosterondefizit kommt. Der Normalbereich des Gesamttestosterons (tT) liegt bei >12,1 nmol/L.
Zuerst wollen wir klären, wie Testosteron sich überhaupt generell auf den Körper auswirkt, um dann verstehen zu können, wie es den Arbeitsalltag beeinflussen kann.
Testosteron beeinflusst grundlegend die Fortpflanzungsfähigkeit, die Sexualfunktionen und die Libido, fördert den Muskelaufbau und sorgt für die Fettverteilung und Knochenstabilität.
Jeder weiß, dass der weibliche Körper einen Zyklus durchläuft. Auch beim männlichen Geschlecht gibt es diesen Zyklus, jedoch auf einen Tag begrenzt. Morgens ist die Konzentration von Testosteron im Körper am höchsten und sinkt dann gegen Abend wieder ab. Das Ganze wiederholt sich jeden Tag.
Wenn hier ein Mangel oder eine Überproduktion des Hormons besteht, kann dies Folgen für den Körper haben.
Symptome bei einem Testosteronmangel können beispielsweise Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, ein Abfall der Konzentrationsfähigkeit, Libidoverlust und eine depressive Verstimmung sein. Die Symptome hängen natürlich davon ab, wie groß der Mangel ist und, ob es sich um eine biologisch weibliche oder männliche Person handelt.
Bei einem Testosteronüberschuss kann es zu fettiger Haut, Akne und Haarausfall kommen. Bei Frauen kann es dazu noch zu unerwünschtem Haarwuchs, Zyklusstörungen, einer tieferen Stimme und einer Störung der Fruchtbarkeit kommen.
Generell sorgt ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt oft für Probleme im Alltag.
Testosteronwerte und die Arbeitswelt: Einflussfaktoren im beruflichen Kontext
Nicht nur der Testosteronspiegel kann die Arbeitsfähigkeit von Mitarbeitenden beeinflussen, sondern auch die Arbeit kann den Testosteronspiegel verändern.
Wie beeinflusst die Arbeit den Testosteronspiegel?
Wie oben schon geschrieben, ist der Testosteronspiegel am Morgen am höchsten. Durch
Schichtarbeit und damit einhergehende veränderte Schlaf- und Wachzeiten kommt es zu einer Veränderung des zirkadianen Tagesrhythmus. Wenig Schlaf führt automatisch auch zu einer geringeren Testosteronproduktion. Das kann dazu führen, dass sich auch der Testosteronspiegel verändert und der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät. Deswegen ist es wichtig, die Regelungen in der Schichtarbeit zu beachten und für Mitarbeitende auf den eigenen Körper und die Bedürfnisse zu hören.
Ebenfalls kann zu viel Stress auf der Arbeit unseren Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen. Chronischer
Stress führt zu einem hormonellen Ungleichgewicht, da er die Produktion der Geschlechtshormone hemmt, also Testosteron und Östrogen. Das hat Auswirkungen für den gesamten Organismus. Die Folgen sind dann nicht nur eine geringere Libido, sondern auch verminderte Leistungsfähigkeit, schlechte Grundstimmung und Konzentrationsprobleme.
Wie beeinflusst Testosteron, wie wir arbeiten?
Bei einem Mangel des Hormons kann es, wie oben beschrieben, vor allem zu einer verminderten Konzentrationsfähigkeit kommen und zu einem generellen Leistungsabfall. Dass das die Arbeit beeinflussen kann, steht außer Frage.
Tipps, um den Hormonhaushalt in Balance zu halten und den Testosteronwert zu steigern?
Es gibt mehrere Faktoren, wie Personen selbst dafür sorgen können, dass ihre Hormone im Gleichgewicht bleiben. Um den Testosteronspiegel stabil zu behalten, empfiehlt es sich, auf folgende Faktoren zu achten:
• Regelmäßigen Schlafrhythmus mit ausreichend Schlaf
• Zu viel oder chronischen Stress vermeiden
• Eine gesunde und ausgewogene Ernährung
• Bewegung und Sport
All diese Faktoren wirken sich nicht nur auf den Testosteronhaushalt aus, sondern sind natürlich auch für das generelle Wohlbefinden und die Gesundheit unverzichtbar.
Fazit: Relevanz von Testosteron für Gesundheits- und Arbeitsschutz
Durch die oben aufgeführten Punkte lässt sich klar erkennen, dass das Hormon den Alltag beeinflussen kann und somit auch den Berufsalltag. Verminderte Konzentrationsfähigkeit und Leistungsfähigkeit wirken sich negativ auf die Tätigkeit im Beruf aus und gerade ein Mangel an Konzentration kann zu Unaufmerksamkeit und somit zu Fehlern führen, durch die man andere und sich selbst gefährdet .
Gerade Schichtarbeit hat durch den veränderten Schlafrhythmus und Stress einen großen Einfluss auf den gesamten Körper und die Hormone. Hier sollte gezielt aufgeklärt werden und die Schichtplanung sollte gut bedacht und im Sinne der Gesundheit der Mitarbeitenden geregelt werden. Eine
Gefährdungsbeurteilung im Arbeitsschutz für betroffene Tätigkeitsbereiche ann helfen, Risiken zu erkennen und geeignete Maßnahmen festzulegen und einzuleiten.
Da ein Testosteronmangel vor allem durch Stress begünstigt wird, sollte darauf geachtet werden, dass Mitarbeitende und vor allem Führungskräfte keinem chronischen Stress ausgesetzt sind. Abgesehen davon, dass Stress auch weitere negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat und vermieden werden sollte.
Zusätzlich sollte das Thema möglichst in die
betriebliche Gesundheitsförderung mit eingebunden werden. Es sollte Aufklärung geleistet werden und im Idealfall außerdem ein Sportangebot geben.