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26. Februar 2026

Gesundheit sichtbar machen: Strategisches BGM

Strategisches BGM verbindet heute Kultur, Kommunikation und neue Rollen

In vielen Unternehmen sind Gesundheitstage, Screenings, Bewegungsangebote, Resilienzformate, mentale Gesundheitsangebote, digitale Plattformen oder flexible Arbeitsmodelle längst etabliert. Für Mitarbeitende gehören sie zunehmend zur Selbstverständlichkeit moderner Arbeitgeber.

Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis ein Spannungsfeld:
Trotz zahlreicher Angebote bleibt Gesundheit im Arbeitsalltag häufig unsichtbar. Sie ist vorhanden, wird genutzt, aber selten gemeinsam eingeordnet. Sie existiert, ohne spürbar Kultur, Zusammenarbeit oder Leistungsfähigkeit zu prägen.
Genau hier beginnt die eigentliche Aufgabe eines strategischen Betrieblichen Gesundheitsmanagements: Gesundheit sichtbar zu machen.
Nicht als Kampagne. Nicht als Benefit. Sondern als Teil der Unternehmenskultur, der Kommunikation und der gemeinsamen Haltung zu Arbeit und Leistung.

Strategisches BGM: Von Angeboten zur Orientierung

Viele Organisationen starten ihr BGM über einzelne Maßnahmen. Herausfordernd wird es dort, wo Maßnahmen nebeneinanderstehen, ohne strategischen Zusammenhang.
Strategisches BGM setzt an einer anderen Stelle an. Es fragt nicht primär nach der nächsten Maßnahme, sondern nach dem Ziel:

Was verstehen wir unter gesunder Arbeit in unserem Unternehmen?
Wo liegen entscheidende Verantwortlichkeiten für BGM?
Welche Rolle spielen Führung, Zusammenarbeit und Eigenverantwortung?

Erst aus dieser Perspektive entstehen klare Schwerpunkte, Prioritäten und Kriterien für Entscheidungen. Gesundheit wird damit nicht nur angeboten, sondern geführt.
Viele Unternehmen verfügen bereits über eine solide Angebotsbasis. Strategisches BGM hilft, diese zu ordnen, zu fokussieren und mit Personalstrategie, Organisationsentwicklung und Unternehmenszielen zu verknüpfen.
Führung spielt dabei eine zentrale Rolle. Geschäftsführung und HR definieren den Stellenwert von Gesundheit. Führungskräfte entscheiden im Alltag, ob Gesundheit tatsächlich Raum bekommt oder im operativen Druck untergeht.

 

Gesundheit braucht Kultur – und Kultur entsteht durch Kommunikation

Gesundheit ist immer auch kulturell geprägt. Sie zeigt sich nicht in Programmen, sondern im Alltag: im Umgang mit Belastung, im Sprechen über Grenzen, im Umgang mit Fehlern, im Tempo von Entscheidungen.
Eine Organisation kann viele Angebote machen. Wenn Überlastung normalisiert wird, Pausen nicht gesundheitsorientiert sind oder Leistung ausschließlich über Verfügbarkeit definiert wird, bleibt Gesundheit ein Randthema.
Strategisches BGM richtet den Blick deshalb konsequent auf Kultur. Und Kultur entsteht durch Kommunikation.
Dabei geht es nicht um Hochglanzbotschaften, sondern um eine glaubwürdige, dialogorientierte Kommunikation:

Wird über Belastung gesprochen oder geschwiegen?
Dürfen Mitarbeitende Grenzen benennen?
Wird Gesundheit als individuelle Schwäche oder als gemeinsame Verantwortung verstanden?

Gesundheit sichtbar zu machen bedeutet, Sprache zu schaffen. Sprache für Belastung, für Ressourcen, für Entwicklung, für Erfolge. Und diese Sprache beginnt bei Führung.

 

Führung als kultureller Verstärker – mit strukturellen Grenzen

Führungskräfte prägen Kultur stärker als jedes Leitbild. Sie übersetzen Strategie in Alltag, setzen Prioritäten und geben Orientierung durch ihr Verhalten.
Strategisches BGM stärkt Führung, indem es klare Erwartungen formuliert:
Gesundheit ist kein Zusatz, sondern Teil der Führungsrolle. Gespräche über Arbeitsfähigkeit, Belastung und Ressourcen gehören dazu.
Gleichzeitig muss strategisches BGM Führungskräfte in ihrer Rolle ausbilden und befähigen.
Mit zunehmender Größe, Komplexität und hybriden Arbeitsformen kann Führung allein nicht mehr alle kommunikativen und kulturellen Impulse tragen.
An dieser Stelle entstehen neue Rollen im BGM.

 

Gesundheit sichtbar machen durch BGM Influencer

Unternehmen, die strategisches BGM erfolgreich etabliert haben, stehen häufig vor dieser neuen Frage:
Wie wird unsere Haltung zu Gesundheit im Alltag sichtbarer, jenseits formeller Kommunikation und klassischer Führung?
Hier gewinnen BGM-nahe Corporate Influencer an Bedeutung. Gemeint sind Mitarbeitende, die bewusst als sichtbare Stimmen für Themen wie Gesundheit, Zusammenarbeit und Arbeitskultur auftreten und Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag reflektiert teilen.
Der Einsatz von BGM Influencern ist vor allem für größere Organisationen relevant. In der Praxis zeigt sich, dass dieser Ansatz insbesondere ab einer Unternehmensgröße von etwa 500 Beschäftigten sinnvoll und wirksam wird. Erst ab dieser Größenordnung entstehen Kommunikationsbedarfe, Reichweiten und kulturelle Komplexität, die zusätzliche Rollen notwendig machen.
BGM Influencer sind dabei keine informellen Botschafter und keine freiwillige Nebenrolle. Es handelt sich um klar definierte, fest verankerte Rollen, die bewusst entwickelt und in bestehende Strukturen eingebettet sind.
Entscheidend ist ihre Qualifikation. BGM Influencer sind ausgebildete Kommunikatoren. Sie verfügen neben einem fundierten Verständnis von Gesundheit und Arbeitsfähigkeit über Kompetenzen in Gesprächsführung, Reflexion, Abgrenzung und medialer Kommunikation. Sie wissen, wie persönliche Erfahrungen verantwortungsvoll eingeordnet und organisationale Botschaften glaubwürdig vermittelt werden.
Gerade im Gesundheitskontext ist diese Professionalität zentral. BGM Influencer sind weder Marketinginstrumente noch emotionale Projektionsflächen. Sie ersetzen keine Führung und kompensieren keine strukturellen Probleme. Ihre Aufgabe ist es, Dialog zu ermöglichen, Erfahrungen sichtbar zu machen und kulturelle Entwicklungen zu unterstützen.

 

Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für Wirkung

Gesundheit sichtbar zu machen, ist keine Frage zusätzlicher Maßnahmen. Es ist eine Frage von Haltung, Kultur, Kommunikation und Kennzahlen.
Strategisches BGM schafft den Rahmen. Führung gibt Orientierung. Und in größeren Organisationen können klar definierte Rollen wie BGM Influencer dazu beitragen, diese Haltung im Alltag lebendig werden zu lassen.
Organisationen ohne strukturiertes BGM profitieren zunächst von Orientierung, Klarheit und Steuerbarkeit.
Unternehmen mit etabliertem strategischem BGM hingegen erreichen einen Punkt, an dem neue Hebel relevant werden. Gesundheit wird nicht mehr nur organisiert, sondern erlebt.
In diesem Kontext können ausgebildete BGM Influencer ein wirksamer nächster Entwicklungsschritt sein.

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