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Eine Frau mit Kaffetasse, einem Stift und einem Block an einem Schreibtisch vor einem aufgeklappten Laptop.
08. Januar 2026

Gesundheits- und Arbeitsschutz im Homeoffice

Ab nach Hause

Homeoffice wird bereits seit einigen Jahren immer wieder diskutiert. Manche lieben es, andere hassen es, und wieder anderen ist es ganz egal, von wo sie arbeiten.
Aber egal, welche Einstellung man zum Thema Arbeiten von Zuhause hat: In vielen Firmen und vor allem für viele Angestellte gehört Homeoffice heute fest zum normalen Arbeitsalltag.

Gerade weil so viele Personen die Möglichkeit von Homeoffice nutzen, wollen wir das Thema auf die Tauglichkeit in Bezug auf Gesundheits- und Arbeitsschutz untersuchen. Wir zeigen auf, wie Unternehmen es schaffen, ihren gesetzlichen Pflichten in der Arbeitsmedizin, der Arbeitssicherheit und der Betrieblichen Gesundheitsförderung auch bei Arbeitsplätzen zuhause nachzukommen.

Aber nicht nur für Unternehmen haben wir Informationen zusammengetragen, auch für Arbeitnehmer *innen haben wir ein paar Tipps, wie für die eigene psychische und physische Gesundheit im Homeoffice gesorgt werden kann.

Homeoffice-Definition: Homeoffice bezeichnet die berufliche Tätigkeit, die Mitarbeitende außerhalb des betrieblichen Arbeitsplatzes – in der Regel von zu Hause – ausführen.
Ein anderes Wort, das mittlerweile geläufig ist, ist „mobiles Arbeiten“. Hier ist der Ort, an dem außerhalb des Büros gearbeitet wird, nicht zwingend das eigene Zuhause, sondern kann auch an jedem anderen Ort sein. Beispielsweise in einem Café, in einem Hotel, bei Freunden oder der Familie etc.

Die Bedeutung von Gesundheits- und Arbeitsschutz im Homeoffice

Für viele Mitarbeiter *innen gibt es gute Gründe für Home office: mehr Flexibilität, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie weniger Fahrzeiten, wodurch mehr Freizeit bleibt.
Für Arbeitgebende kann Homeoffice die Mitarbeitenden-Zufriedenheit stärken und die Büroauslastung reduzieren. Viele Menschen arbeiten zu Hause sogar konzentrierter – und gerade bei Tätigkeiten wie der Telearbeit ermöglicht Homeoffice eine ruhigere Arbeitsatmosphäre.
An was die wenigsten dabei direkt denken: Der Arbeitsplatz zu Hause muss die gesetzlichen Vorschriften erfüllen und auf Gesundheit sowie sicheres Arbeiten ausgerichtet sein.
Der Homeoffice-Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden muss denselben arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen Anforderungen gerecht werden wie ein Büroarbeitsplatz. Das betrifft die Vermeidung von arbeitsbedingten Erkrankungen, die Förderung ergonomischen Arbeitens sowie die Prävention psychischer Belastungen. Arbeitgeber *innen sind verpflichtet, durch Gefährdungsbeurteilungen (GBU), regelmäßige Unterweisungen und arbeitsmedizinische Beratung sicherzustellen, dass die Gesundheit der Beschäftigten auch im Homeoffice geschützt wird. Damit wird deutlich: Arbeits- und Gesundheitsschutz endet nicht an der Bürotür, sondern gilt auch im heimischen Arbeitszimmer.

Rechtliche Aspekte für Arbeitsplätze zu Hause

Die rechtlich geltenden Grundlagen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit gelten uneingeschränkt auch im Homeoffice. Maßgeblich sind hier insbesondere die folgenden Gesetze:
das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
das Arbeitszeitgesetz (ArbZG)

Entsprechende arbeitsmedizinische Vorsorgen und sicherheitstechnische Unterweisungen zur sicheren Nutzung von Arbeitsmitteln, zur Ergonomie und zu Pausenregelungen sind ebenfalls verpflichtend und müssen vor Tätigkeitsbeginn der/des Mitarbeitenden und in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.
Hinzu kommen Aspekte des Datenschutzes und der IT-Sicherheit, da im Homeoffice häufig sensible Unternehmensdaten verarbeitet werden. Eine gute Datenschutzschulung, die sich auch auf das Arbeiten außerhalb des Büros bezieht, und ein klar definierter Rahmenvertrag, der genau diese Punkte des Datenschutzes regelt, schaffen hier Transparenz und Rechtssicherheit.

Tipps für das Arbeiten von Zuhause für Arbeitgeber *innen und Arbeitnehmer *innen

Damit das Arbeiten von Zuhause aus gelingt und weder Probleme für Mitarbeitende noch für Arbeitgeber *innen entstehen, müssen beide Parteien aktiv mitarbeiten und mitgestalten.
Für Arbeitgeber *innen bedeutet das, dass sie auch für die häuslichen Arbeitsplätze eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und diese dokumentieren müssen. Anhand dieser GBU müssen entsprechende Maßnahmen festgelegt werden, um die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten gewährleisten zu können.
Um ein angenehmes Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen, müssen Arbeitgebende den Mitarbeitenden für diesen Zweck technische Ausstattung zur Verfügung stellen. Aus technischer Sicht und unter den geltenden Datenschutzbestimmungen ist es ebenfalls nicht empfehlenswert bzw. oft auch nicht erlaubt, dass Mitarbeitende mit privaten Geräten wie Laptops oder PCs arbeiten. Je nach Vereinbarung und Arbeitsplatz kann auch weitere Ausstattung für das Homeoffice durch die/den Arbeitgeber *in bereitgestellt werden.

Arbeitnehmende müssen dafür sorgen, dass sie sich an die geltenden Vorschriften des Unternehmens halten, bei Vorsorgen, Unterweisungen und Datenschutzschulungen gut aufpassen und Gelerntes im Arbeitsalltag auch daheim zuverlässig umsetzen. Wenn sie doch Probleme bemerken, sollten sie sich umgehend an die zuständigen Personen ihres Unternehmens wenden.
Vor allem Arbeitgebende sollten auf eine Trennung von Privatleben und Beruf achten, wenn beides in denselben vier Wänden stattfindet. Weitere wichtige Aspekte für ein gesundes und sicheres Arbeiten auch im Homeoffice sind Ergonomie, Pausen, Bewegung und die psychische Gesundheit. Hierzu folgen in den weiteren Abschnitten noch einige Tipps.

Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung zu Hause

Eine ergonomisch gestaltete Arbeitsumgebung ist der Schlüssel, um Muskel-Skelett-Erkrankungen, Verspannungen und Ermüdung vorzubeugen. Zu den wichtigsten Faktoren zählen:

Bildschirmplatz: Der Monitor sollte auf Augenhöhe stehen, blendfrei ausgerichtet und etwa 50–70 cm von den Augen entfernt sein.

Schreibtischstuhl: Ein höhenverstellbarer Stuhl mit anpassbarer Rückenlehne und Armstützen entlastet die Wirbelsäule und sorgt für eine gesunde Körperhaltung.

Schreibtisch: Als Arbeitsfläche für einen Bildschirmarbeitsplatz sollte ein stabiler Schreibtisch dienen, der die passende Höhe hat, um so Fehlhaltungen zu verhindern. Im Idealfall ist dieser sogar höhenverstellbar.

Beleuchtung: Es sollte möglichst Tageslicht genutzt werden, das bei Bedarf durch eine blendfreie Lampe ergänzt werden kann.

Zusätzliche Arbeitsmittel: Externe Tastaturen und ergonomische Mäuse vermeiden Fehlhaltungen in Hand- und Schultergelenken. Ein strukturiertes Kabelmanagement am Arbeitsplatz beugt Stolper- und Brandgefahren vor und ist ebenfalls ein Bestandteil des Arbeitsschutzes.

Regelmäßige Pausen und Bewegung im Homeoffice

Gerade im Homeoffice wird oft länger unbewegt am Bildschirm gearbeitet als bei der Arbeit vor Ort im Unternehmen. Bewegung hält uns wach, bringt den Kreislauf in Schwung, stärkt die Konzentration und beugt außerdem Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Muskel-Skelett-Beschwerden vor.
Hier sollten Arbeitgeber *innen auf die Notwendigkeit von Pausen hinweisen und zur aktiven Bewegung aufrufen.
Arbeitnehmer *innen im Homeoffice können beispielsweise zwischendrin öfter aufstehen und ein paar Schritte in der eigenen Wohnung gehen, in der Mittagspause einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft machen oder Dehnübungen in ihren Arbeitsalltag einbauen.

Psychische Gesundheit im Homeoffice stärken

Neben körperlichen Belastungen spielen im Homeoffice vor allem auch psychische Faktoren eine große Rolle. Die Gefahr der sozialen Isolation, das Verschwimmen von Arbeits- und Privatleben und die Tendenz, trotz Krankheit weiterzuarbeiten (Präsentismus), sind vor allem im Homeoffice häufig vertreten. Arbeitgeber *innen sollten hier präventiv handeln, indem sie regelmäßige Gespräche mit den Mitarbeiter *innen fördern, Angebote zur Stressbewältigung bereitstellen (beispielsweise durch ein EAP) und klare Kommunikationsstrukturen schaffen. Sensibilisierungen, vor allem für Führungskräfte, wie sie Überlastungen erkennen und frühzeitig ansprechen können, tragen wesentlich zum Erhalt der psychischen Gesundheit bei.
Mitarbeiter *innen sollten vor allem lernen, wie sie es schaffen, einen klaren Arbeitsbeginn und -abschluss zu gestalten. Das setzt klare Grenzen und hilft, ihre Resilienz zu stärken.

Kommunikation und soziale Interaktion im virtuellen Arbeitsumfeld

Klare Kommunikation ist im Homeoffice ein zentraler Bestandteil, da sie nicht nur für einen reibungslosen Arbeitsablauf sorgt, sondern auch Isolation verhindert und das Teamgefüge (trotz physischer Abwesenheit) stärkt. Es sollte Sorge getragen werden, dass regelmäßige virtuelle Meetings stattfinden – sowohl für fachliche Themen als auch für informelle Gespräche. Virtuelle Kaffeepausen, Teamchats oder kurze tägliche Abstimmungen können helfen, den sozialen Austausch aufrechtzuerhalten. Für Führungskräfte ist es besonders wichtig, aktiv Kontakt zu suchen und Feedback zu geben, da die nonverbale Kommunikation im digitalen Raum oft fehlt oder es schneller zu Missverständnissen kommen kann.

Fazit für sicheres und gesundes Arbeiten im Homeoffice

Homeoffice wird uns noch weitere Jahre begleiten, auch wenn sich der Umfang vermutlich von Zeit zu Zeit ändern wird. Aber eins ist klar: Ganz werden wir nicht auf die Möglichkeiten des Arbeitens von Zuhause verzichten. Sei es nur temporär oder auch für einen längeren Zeitraum.
Und gerade deswegen sollten sich Unternehmen über ihre Pflichten in Bezug auf Homeoffice-Arbeitsplätze bewusst sein und Mitarbeitende sollten sich über ihre Rechte und Pflichten im Klaren sein.

Wir haben hier noch einmal eine Übersicht zusammengestellt, auf was im Homeoffice konkret geachtet werden muss:
Entsprechende sicherheitstechnische Unterweisungen und notwendige arbeitsmedizinische Vorsorgen vor Arbeitsbeginn, bei Tätigkeitswechsel und in regelmäßigen Abständen
Gefährdungsbeurteilungen müssen auch für Homeoffice-Arbeitsplätze von den Arbeitgebenden erstellt werden
Datenschutzrichtlinien des Unternehmens
Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
Bereitstellen entsprechender Technik (und ggf. auch Möbel) durch die/den Arbeitgeber *in
Austausch im Team schaffen
Kommunikation aufrechterhalten
Auf genug Bewegung und Pausen achten
Abgrenzung von Berufs- und Privatleben schaffen

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